small-logo

Folge 2

Die Lichter gehen an. Die Geräuschkulisse überdeckt fast alles. Man muss sich konzentrieren, um die Person neben sich zu verstehen. Dann gehen die Lichter aus. Es wird still im eigenen Gehör. Der Atem wird gehalten, der Fokus nach vorne gerichtet.

Und dann brüllt einer der anderen Fans “CHICKEN WINGS!” durch den ganzen Raum, so laut, dass sogar die TVs und anderen Anwesenden übertönt werden. 

Das Jahr 2025 ist so gut wie vorbei und es war ein sehr wilder Ritt. Um es nach den chinesischen Tier-Jahreskreisen zu benennen war 2025 nicht das Jahr des Löwen. 

Angefangen mit der Niederlage direkt im ersten Spiel der Playoffs gegen die Commanders, endete eine der besten, turbulentesten, Saisons für die Lions. 15 Siege stehen 2 Niederlagen gegenüber, eine Verletztenliste die so lange wie die Gute-Kinder-Liste von Santa Clause ist, unfassbar viele gebrochene Herzen und das Gefühl, einen wichtigen Sprung verpasst zu haben. Damit endete die Saison 2024 und brachte einen Stein ins Rollen, dessen Lawinenausmaß erst heute so richtig wahrnehmbar wird. Ben Johnson verlässt uns in der Offseason um für Chicago den Headcoach zu machen, Aaron Glenn zieht es zu seinem Club den Jets hin um dort Headcoach zu werden. Mit den Beiden werden wichtige Elemente aus dem Team mitgenommen und ein Umsturz innerhalb des Teams, bewegliche Teile, Neuzugänge werden die Offseason über neu integriert. 

Über all diese Zeit hinweg konnte ich bei uns Fans genau das beobachten, was diese Franchise so einzigartig macht. Die Fans der Lions sind genau zwei Dinge, die anderen Teams selten zeigen: stoisch und treu. Auch mit den Abgängen haben wir treu an die Arbeit der Franchise geglaubt, dass sie wissen, wie sie die Abgänge zu ersetzen haben, dass es Pläne gab, bereits vorab, um genau diese Abgänge zu kompensieren. Stoisch haben wir hingenommen, dass Frank Ragnow mit seinen desolaten Fuß den Ruhestand aufsucht, zuversichtlich haben wir in den Draft geblickt und die Taktik von Brad Holmes beobachtet in dem Wissen, dass er bisher gute Ergebnisse vorzuweisen hat. 

Klar ist, dass wir nicht blind in all das oben genannte vertraut haben, natürlich gab es durch die Bank durch immer wieder dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Ein gewisser Selbstzweifel, der zu diesem Team dazu gehört, hat sich immer wieder von hinten angeschlichen. 

Und dennoch haben wir uns auf die neue Saison gefreut. Ohne an neuen Wunden kratzen zu wollen, schweige ich über die turbulenten Ups und Downs der Saison, sondern möchte mich vielmehr auf das Positive konzentrieren.

Mein Verständnis der Dan Campbell Ära mit den Lions war das, dass er alles in Bewegung setzt um die Loser-Mentalität aus dem Haus fern zu halten. Es gibt keine Same Old Lions (SOL), sondern nur die Brand New Lions (BNL). Aber wenn ich mir das so rückwirkend betrachte, überlege wie meine Zeit mit Euch bei Events wie Frankfurt und Stuttgart war, dann fällt mir auf: Das war nie eine Sache von Dan Campbell. Diese Mentalität ist in die Lions, in die Fans, eingewoben wie die Haarfarbe in die DNA des Menschen. Er hat es nur aktiviert. Ich habe aus der Zeit mit euch gelernt, dass wir immer besser sind als das, was wir anscheinend nach außen hin transportieren. Ich habe gelernt, dass ungeachtet der dunklen Umstände es immer einen Grund zur Hoffnung gibt. Wir kritisieren unser Team, nicht weil wir es hassen, sondern weil wir wollen, dass es die beste Version von sich ist, die es sein kann. Dieses Mantra hat es auch in mein Privatleben geschafft: Sei der beste Mensch, der du sein kannst. 

Ich bin stolz darauf Fan der Detroit Lions zu sein, ein Mitglied im Verein zu sein und noch wichtiger: Euch da draußen zu treffen, gemütlich ein Bier zu trinken und Stimmung zu machen.

Und ich glaube mit dieser Einstellung bin ich nicht alleine. Dieser Gedanke, und damit auch die Grundlage für diese Version der Ballade vom unbesungenen Helden, lässt mich nicht nur hoffen, sondern auch wissen, dass die Lions in 2026 mit aller Macht angreifen werden. Wir wissen zwar nicht wie und in welchem Ausmaß, aber wir wissen, dass kein Stern zu hoch steht um nicht nach ihm zu greifen. 

In diesem Sinne widme ich die 2. Folge der Ballade vom unbesungenen Helden euch: Den Fans.

Ohne euch wäre diese Franchise nichts. Ihr seid das Blut, das diesem Team die Kraft gibt, ihr seid die Seele die das Feuer entfacht. 

Ich danke euch allen. Ich danke dem Fan der sich Abends und Nachts auf die Couch setzt um die Spiele zu gucken, die Fans die in unseren Gruppen unterwegs sind, den Fans die unseren Podcast hören, den Fans die sich auf die Events begeben und Stimmung machen und vor allem danke ich allen, die nächstes Jahr wieder dabei sind wenn es heißt:

Attacke, Attacke, Attacke.